Home > Vebego vitalisiert Arbeit und Pflege

Integrale häusliche Pflege reagiert auf gesellschaftliche Veränderungen

      

Die Pflege: ein Thema, das ständig im Blickfeld öffentlicher Diskussionen steht. Auch bei Vebego widmen wir diesem Thema viel Aufmerksamkeit. Denn es ist unser Ziel, durch die Vitalisierung von Arbeit und Pflege einen positiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Die Möglichkeit, länger in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben, spielt dabei eine wichtige Rolle. Steph Feijen, Mitglied des Vorstands von Vebego und zuständig für den Bereich Gesundheitswesen Niederlande, Harjan Winters, Geschäftsführer von Zorg Vebego Schweiz, Katrien Lauwers, Allgemeine Geschäftsführerin von Assist Belgien und Petra Burkert, Projektleiterin Vebego Deutschland, ergreifen das Wort. Sie sprechen über den Status der extramuralen Gesundheitsversorgung in ihren Ländern und die Unterschiede, die sie dabei feststellen.

Niederlande: Auf der Suche nach intelligenten Kombinationen

Der niederländische Staat regt die Bürger auf der einen Seite dazu an, länger zu Hause zu wohnen, investiert auf der anderen Seite aber auch in die intramurale Gesundheitsversorgung. Dadurch nimmt der Druck auf die extramurale Gesundheitsversorgung zu. Gerade in diesem Bereich wird es jedoch immer schwieriger, infolge des Arbeitskräftemangels gutes Personal zu finden. Viele hochqualifizierte Pflegedienstleister entscheiden sich für eine berufliche Karriere im Krankenhausbereich. Die häusliche Pflege gilt dagegen als eher unattraktiv, da diese als Sektor weniger Sicherheit und weniger Herausforderungen bietet.

Steph dazu: „Die häusliche Pflege nimmt einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Wir bei Vebego versuchen, auf konstruktive Weise damit umzugehen. Dabei sind wir auf der Suche nach einer Methode, die gewährleistet, dass Pflegedienstleister effektiver arbeiten können, mehr Zeit für die eigentliche Pflege haben und weniger mit (nebensächlichen) Verwaltungsaufgaben belastet sind. Das kommt den Pflegebedürftigen zugute.

Um dies realisieren zu können, gehen wir integral an den Pflegebedarf in den Stadtvierteln heran. Das heißt konkret, wir inventarisieren verschiedene Kombinationen auf unterschiedlichen Ebenen im Bereich der Pflege und Unterstützung. Welche Angebote gibt es (bereits) vor Ort und wie können wir diese auf intelligente Weise strukturieren? Was geschieht, wenn eine bestimmte Person - ob Pflegebedürftiger oder Pflegeanbieter - mit einem bestimmten Budget verschiedene Formen von Hilfe abrufen kann? Vom Essen auf Rädern bis zum Friseur, von der Haushaltshilfe und Pflegebetreuung bis zur spezialisierten Wundversorgung. Wir denken auch darüber nach, wie wir die vorhandene Logistik auf eine intelligentere Art nutzen können. Zum Beispiel mit der Lieferung von Waren nach Hause.

Immer mehr Anbieter auf dem Markt kommen mit entsprechenden Angeboten. Man denke an den Lieferservice vom Supermarkt oder einen Essensservice. Was wäre, wenn wir Lieferdienste wie diese auf intelligente Weise nutzen und die betreffenden Anbieter zur Kette hinzufügen? So untersuchen wir also in vielerlei Hinsicht, wie wir die Situation im Bereich der häuslichen Pflege verändern und erweitern können.

Wir verabschieden uns derzeit in hohem Tempo vom Versorgungsstaat. Die Bürger übernehmen immer mehr selbst die Regie, was auch viel besser zum heutigen Zeitgeist passt. Es ist daher an der Zeit, auch die Gesundheitsvorsorge und Unterstützung entsprechend anzugleichen. Mit neuen Dienstleistungen, neuen Technologien und neuen Kooperationsformen. Bei Vebego und darum herum. Das ist die Aufgabe, der wir uns aktuell widmen.“

Schweiz: Unübersichtlicher Markt für häusliche Pflege schreit nach einer Lösung

Auch in der Schweiz sind Kooperationsbestrebungen mit kollegialen Unternehmen zu beobachten. Insbesondere auch, weil die Gesundheitsversorgung hier komplett anders strukturiert ist. Die Menschen möchten gerne möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Ein Umzug ins Pflegeheim? Dann steht man schon fast mit einem Bein im Grab. So jedenfalls sehen es die Schweizer. Doch zu Hause wohnen ist in der Schweiz eine kostspielige Angelegenheit.

Harjan Winters berichtet: "Die Situation in der Schweiz ist mit der in den anderen Vebego-Ländern kaum zu vergleichen. Die Markt für häusliche Pflege ist sehr unübersichtlich, was der Finanzierung und den vielen verschiedenen beteiligten Partnern wie Gemeinden und Provinzen geschuldet ist. Die Menschen kommen hier im Prinzip größtenteils selbst für die mit der Pflege verbundenen Kosten aus.

Wie die Gemeinden sind auch die Krankenversicherer zu einem Teil an der Finanzierung der Pflegekosten beteiligt. Der Betrag für die extramurale Pflege ist im Vergleich zur intramuralen Pflege höher. Darum lassen die Versicherer nichts unversucht, um die intramurale Pflege zu fördern. Während die Menschen selbst viel lieber zu Hause wohnen bleiben. Doch das ist ein ganzes Stück teurer, wobei die Versorgungseinrichtungen auch nicht ausreichend darauf eingerichtet sind, ein längeres selbstständiges Wohnen zu ermöglichen.

Unserer Einschätzung nach gibt es jede Menge Möglichkeiten, den Markt für die häusliche Pflege zu erneuern. Die Nachfrage dürfte mit der zunehmenden Überalterung der Bevölkerung weiter steigen. Vebego Schweiz sieht darin eine Chance. In Pflegeeinrichtungen konnten wir bereits ein beachtliches Wachstum verzeichnen. 2018 werden wir aller Erwartung nach mit einem Konzept für die häusliche Pflege kommen. Man denke dabei an ein integriertes Paket, um selbstständig zu Hause wohnen bleiben zu können. Von Essen auf Rädern und der Pflege bis zu Verwaltungsaufgaben und Einkäufen – alle diese Dienste sollen auf eine logische und leicht zugängliche Weise miteinander verknüpft werden. Auf diese Weise hoffen wir, mittelfristig einen wesentlichen Beitrag zur häuslichen Pflege in der Schweiz leisten zu können.“

Belgien: Betreutes Wohnen als goldener Mittelweg

In Belgien setzt die Regierung verstärkt auf die extramurale Pflege, wobei für die häusliche Pflege geworben wird. Für die Menschen ist es schön, wenn sie länger zu Haus in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. Auch die Finanzen sind darauf abgestimmt. In der Behindertenpflege werden die finanziellen Beiträge nicht mehr an die Pflegeeinrichtung, sondern an den Pflegebedürftigen selbst ausgezahlt.

Auch die Seniorenpflege entwickelt sich in diese Richtung: Es ist davon auszugehen, dass diese bereits 2021 auf die gleiche Weise wie die Behindertenpflege strukturiert sein wird. Ein relativ neues Phänomen ist in Belgien das betreute Wohnen. Es handelt sich dabei um angepassten Wohnraum, der zwischen der alten vertrauten Wohnsituation und einem Seniorenpflegezentrum beziehungsweise einer Pflegeeinrichtung angesiedelt ist. Beim betreuten Wohnen handelt es sich um Wohnraum in Form einer Art Wohngemeinschaft, wobei die soziale Komponente im Mittelpunkt steht. Assist Belgien konzentriert sich mittlerweile fast vollständig auf diese Wohnform.

Katrien Lauwers berichtet über die Chancen und Herausforderungen, die mit dieser Umstrukturierung verbunden sind: „Derzeit betreuen wir neun operative Seniorenresidenzen. Diese Appartementgebäude sind von Projektentwicklern gebaut worden, die die Komplexe anschließend an Investoren verkauft haben. Sie werden von Assist betrieben. Das bedeutet, dass wir für die Vermietung und die Dienstleistungen verantwortlich sind.

Was die Pflege betrifft, sind Betreuer vor Ort, die den Bewohnern bei allem helfen, was sie benötigen. Dabei geht es selbstverständlich um grundlegende Bedürfnisse wie die Pflege und Versorgung. Mindestens ebenso wichtig ist aber auch der soziale Aspekt, sowohl für die Bewohner als auch die Betreuer. Sie sind auch für Notfälle verfügbar. Das ist für die Familien der Bewohner natürlich sehr beruhigend.

Im Hinblick auf die Behindertenpflege können wir noch viel von den Niederlanden lernen. Die Schwerpunkte liegen vor allem bei einer effizienteren Gestaltung der mit der Organisation verbundenen Dienstleistungen. Die Aktivitäten von Assist in den Niederlanden dienen uns beispielsweise als Vorbild, denn die sind extrem gut organisiert. Wir kombinieren die Kenntnisse mit unserem eigenen Komplettangebot – von Einkaufsdiensten und Reinigungsarbeiten bis hin zur Pflege. Auf diese Weise zeichnen wir uns mehr und mehr aus. Die intensive Zusammenarbeit mit anderen Vebego-Betrieben spielt dabei eine immer wichtigere Rolle.“

Deutschland: Wachstum im Bereich der häuslichen Pflege 

Die Situation in Deutschland ist mit derjenigen in den Niederlanden und Belgien vergleichbar. Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften nimmt zu. Und auch die immer älter werdende Bevölkerung stellt ein zunehmendes Problem dar. Denn auch Pflegekräfte und Betreuer werden immer älter, was zu einer enormen Schieflage im Pflegebereich führt. Um hier zu einer Lösung zu kommen, ist ein radikaler Umbau des Gesundheitssystems erforderlich. Dabei ist an eine gesunde Mischung aus professionellen Kräften und Pflegehelfern in Kombination mit modernen Technologien wie Apps und Robotern zu denken. Doch auch die Neustrukturierung bestehender Pflegeinitiativen bietet Möglichkeiten.

Petra Burkert berichtet: „Marktanalysen zeigen, dass es viele Möglichkeiten gibt, das Dienstleistungsangebot zu ändern. Allein in Berlin gibt es 520 Kleinbetriebe, die in der häuslichen Pflege aktiv sind. Sie haben durchschnittlich 50 Kunden. Dadurch sind die Gemeinkosten extrem hoch.

Fügt man die Betriebe zu größeren Pflegeeinheiten zusammen, können dadurch beachtliche Kosteneinsparungen und Effizienzgewinne erzielt werden. Das ist sowohl für die Pflegedienstleister als auch die Patienten eine gute Sache. Und genau dort liegen unsere Chancen. Darum werden wir nun prüfen, wie wir Vebego am besten als möglichen Partner für diese Kleinunternehmen einführen können. Was das anbelangt, können wir noch einiges von beispielsweise Assist in den Niederlanden und Belgien lernen. Eine gute Zusammenarbeit und die Nutzung der vorhandenen Kenntnisse sind dabei entscheidend.“

Der offizielle Jahresbericht 2017 der Vebego International N.V. wurde in niederländischer Sprache verfasst und dieses Dokument stellt die deutsche Übersetzung davon dar. Diese Übersetzung wurde mit äusserster Sorgfalt erstellt, hat jedoch keinerlei offiziellen Stellenwert und somit können daraus keine Rechte abgeleitet werden.